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Altenberg (Vieille Montagne)

Profile

Coun­try

Belgien

Re­gion

Lüttich (Liège; Luik), Provinz / Verviers, Bezirk / Plombières-Vieille Montagne (Plombières-Altenberg), Distrikt

GPS Co­or­d­i­nates

Altenberg - Halde am Kasinoweiher - N 50° 42' 39" E 6° 0' 39"



Altenberg - Halde am Kasinoweiher
WGS 84: 
Lat.: 50.71083333° N, 
Long: 6.01083333° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 42' 39" N,
   Long: 6° 0' 39" E

To­po­graph­ic Map

Top25 NRW 5202, Aachen

Ex­po­sure de­scrip­tion

Lagerstätte

Ge­ol­o­gy

Kohlenkalk. Zentrum der Zink-Gewinnung im 19. und 20. Jhd.

En­trance Re­stric­tions

keine

Mineralienatlas short URL:

https://www.mineralatlas.eu/?l=61
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Additional Functions

Images from localities (10 Images total)

Erzwäsche
Views (Image: 1175530801): 2116
Erzwäsche

Frühe Erzwäsche und -sortierung in Kelmis

Copyright: Cees Damen
Contribution: bardenoki 2007-04-02
Vieille-Montagne um 1850
Views (Image: 1175530769): 2045
Vieille-Montagne um 1850
Copyright: Cees Damen
Contribution: bardenoki 2007-04-02
Vieille Montagne - Altenberg
Views (Image: 1175530660): 1502
Vieille Montagne - Altenberg

Zinkrevier Vieille Montagne um 1880

Copyright: Cees Damen
Contribution: bardenoki 2007-04-02

Detailed Description

Lagerstätte und Konzession Altenberg bei Kelmis/Belgien

BILD:1148413996

Neutral-Moresnet
Maßstab 1/50000, Blatt 62, Kriegministerium Niederlande
Aufgenommen 1842, Ausgabe 1862
Digitale Bearbeitung Ed Stevenhagen 2005
Public Domain

BILD:1175529749

Beilagekarte des Aachener Grenzvertrags von 1816
Quelle: Cees Damen

Ist vom Altenberg nahe der ostbelgischen Gemeinde Kelmis im Zusammenhang mit dem Abbau von Blei- oder Zinkerzen die Rede, so ist ohne weitere Hinweise oft nicht klar, was damit genau gemeint ist. Der Name Altenberg steht nämlich für zwei verschiedene, wohl verwandte Orte.

Zum einen kann damit die ursprüngliche Lagerstätte Altenberg zwischen dem heutigen Kelmis und dem Dreiländerpunkt (Belgien, Niederlande, Deutschland) gemeint sein, oder ein viel größeres Gebiet, die Konzession Altenberg, welche die Lagerstätte Altenberg umfasst, mit ca. 8500 ha aber viel weiter nach Süden und Osten ausgreift.

Die Nutzung der Zinkerze der Lagerstätte Altenberg ist seit 1344 belegt. Dort wurde Galmei abgebaut, welches schon vor der Erfindung der Direktverhüttung von Zinkerzen die Messingherstellung ermöglichte. Die hier betrachtete Lagerstätte Altenberg kann allerdings, im Gegensatz zur benachbarten Lagerstätte Gessenich (römisch: Grasciniacum) im Stolberger Raum, nicht bis in die Römerzeit zurück verfolgt werden. Auf den aktuellen topografischen Karten (z.B. Top25 Deutschland, Blatt 5202 Aachen) ist der Altenberg nicht mehr zu finden.

Die Ausbeutung der Lagerstätte Altenberg führte schon seit dem 14. Jahrhundert immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Herzögen der Umgebung und der freien Reichsstadt Aachen. 1439 führte dies zur gewaltsamen Übernahme der Lagerstätte durch den Herzog Phillip des Guten von Burgund, der gleichzeitig Landesherr im Herzogtum Limburg war. Als Folge davon oblag die Erzgewinnung in der Zeit zwischen 1439 und der französischen Besetzung im Jahre 1794 der Domänenverwaltung der Herzöge von Limburg.

Mit der französischen Besetzung wurde die Konzession über die Lagerstätte Altenberg hinaus auf 8500 ha ausgedehnt und an den Lütticher Chemiker Jacques Daniel Dony verliehen.

1815 erfolgte auf der Wiener Konferenz die politische Teilung des Konzessionsgebietes in einen niederländischen und einen preußischen Teil. Da sich die beiden Parteien nicht in Bezug auf die reichen Vorkommen der Lagerstätte Altenberg einigen konnten, wurde dieser Teil 1816 als Neutral-Moresnet unter gemeinsame niederländische und preußische Verwaltung gestellt. Der nordwestliche Teil des Konzessionsgebietes ging als Moresnet an die Niederlande, der südöstliche Teil als Preußisch-Moresnet (heute Neu-Moresnet) an Preußen. Mit der Gründung des Königreichs Belgien wurde der niederländische Teil Belgien zugeschlagen, 1919 auch Neutral-Moresnet und die preußischen Gebiete der Konzession.

Die Rechte zur Nutzung der Bodenschätze im Konzessionsgebiet ging nach Dony an die Familie Mosselmann über. Diese gründete 1837 die Sociéte anonyme des Mines et Fonderies de Zinc de la Vieille-Montagne. Dieses führte aufgrund von verbesserten Abbau- und Aufbereitungstechniken und dem Neubau einer eigenen Zinkhütte zur erheblichen Steigerung der Produktion. Sie lag im Jahre 1850 bei ca. 30000 t Roherz.

1858 endete der Übertagebau an der Lagerstätte Altenberg und 1884 schließlich auch der Untertagebau. In anderen Teilen des Konzessionsgebietes waren zuvor durch Prospektionsarbeiten weitere Erzlagerstätten ermittelt worden, so dass der Abbau fortgesetzt werden konnte.

Im belgischen Teil des Konzessionsgebietes, im Raum Welkenraedt, ging etwa zur gleichen Zeit der Abbau zu Ende. Die letzte Grube Pandour stellte 1901 die Förderung ein.

  • Grube St Paul (1848 – 1884)
  • Grube Dickenbusch (1867 – 1880)
  • Grube Pandour (1887 - 1901)

Die Gruben im ehemaligen preußischen Teil der Konzession verloren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgrund von billigen Erzimporten aus Spanien und Übersee ihre Wirtschaftlichkeit. In Folge dessen ging auch deren Abbautätigkeit zu Ende.

  • Schmalgraf (1867-1932)
  • Fossey (1878-1923)
  • Eschbroich (1882-1931)
  • Lontzen (1900-1935)
  • Mützhagen (1900-1935)
  • Roer (1926-1938)

Die Vielle-Montagne förderte im Konzessionsgebeit in der Zeit zwischen 1837 und 1936 etwa 3 Mio. t Galmei und Bleierze, etwa 80 % der belgischen Erzproduktion in diesem Zeitraum.

Minerals (Count: 48)

Mineral images (4 Images total)

Smithsonit
Views (Image: 1262555452): 707
Smithsonit

Größe: 60x45x25 mm; Fundort: Plombieres-Vieille Montagne, Provinz Liège, Belgien

Copyright: Peter Haas
Contribution: slugslayer 2010-01-03
Smithsonit
Views (Image: 1287761669): 897
Smithsonit

Altenberg / Kelmis / Provinz Lüttich / Belgien. Bildbreite 1 cm.

Collection: Leonardus
Copyright: Leonardus
Contribution: Leonardus 2010-10-22
Strickblende, Schalenblende
Views (Image: 1338670189): 1383
Strickblende, Schalenblende

Größe: 39x19x17 mm; Fundort: Altenberg, Kelmis, Provinz Lüttich, Belgien

Copyright: montanpark
Contribution: slugslayer 2012-06-02

Rocks (Count: 5)

Fossils (Count: 1)

Subsidiary Pages

Reference- and Source indication, Literature

Weblinks:


Literatur:

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