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Ramsbecker Revier

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Deutschland / Nordrhein-Westfalen / Arnsberg, Bezirk / Hochsauerlandkreis / Bestwig / Ramsbeck

Jour­ney De­scrip­tion

Über die Autobahnen A45 (Sauerlandlinie) und die A4 (Köln-Olpe) sowie die A44 (Dortmund-Kassel) und von Werl-Arnsberg die A445/ A46 bis Bestwig. Von hier aus ist Ramsbeck gut ausgeschildert.

Ex­po­sure de­scrip­tion

Gruben & Halden. Letzte Bezeichnung: Grubenfeld "Vereinigte Bastenberg und Dörnberg".

Besucherbergwerk beginnt im Eickhoffstollen als Teil der Grube Dörnberg.

Ge­ol­o­gy

Im unteren Mitteldevon durch Vulkanismus gebildete Pb und Zn Erzgänge (Silbergehalt). Die wesentlichen Mineralisationen setzen vorwiegend in quarzitischen Gesteinen der Sattelstruktur auf. Den Kern des Sattels bilden vorwiegend Tonschiefer. Simple Mineralogie bei der primären Gangfüllung: Neben Quarz als hauptsächlicher Gangfüllung bestehen die Erzmineralien aus Pyrit, Kupferkies, Zinkblende und Bleiglanz. Untergeordnete Gangarten sind Calcit und Ankerit. Neben-Mineralisationen: Arsenopyrit, Markasit, Bournonit, Tetraedrit (Fahlerz), Boulangerit und Gersdorffit.

Paraschachnerit und Luanheit konnten nicht eindeutig definiert werden. Die Analyse zeigt einen Mischkristall.

Typ-Lokalität für Ramsbeckit.

En­trance Re­stric­tions

Die Gruben sind bis auf das Besucherbergwerk geschlossen und die Halden wurden abgetragen bzw. renaturiert. Einzig die Halden der Gruben Bastenberg und Alexander sind noch zugänglich.

GPS Co­or­d­i­nates

Ramsbeck, Andreasberg Bergbaukolonie, Schlammteich. Ehem. Standort Willibald, Abgaskamin Bastenberg, Venitianerstollen Bastenberg, Besucherbergwerk Ramsbeck



Ramsbeck

WGS 84: 
Lat.: 51.30611111° N, 
Long: 8.41305556° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 18' 22" N,
   Long: 8° 24' 47" E
Gauß-Krüger: 
R: 3459143,
 H: 5685864
Local weather information, Macrostrat geological map

Andreasberg Bergbaukolonie

WGS 84: 
Lat.: 51.32413611° N, 
Long: 8.43096944° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 19' 26.89" N,
   Long: 8° 25' 51.49" E
Gauß-Krüger: 
R: 3460407,
 H: 5687859
Local weather information, Macrostrat geological map

Schlammteich

WGS 84: 
Lat.: 51.32528611° N, 
Long: 8.42484722° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 19' 31.03" N,
   Long: 8° 25' 29.45" E
Gauß-Krüger: 
R: 3459982,
 H: 5687990
Local weather information, Macrostrat geological map

Ehem. Standort Willibald

WGS 84: 
Lat.: 51.30885556° N, 
Long: 8.40917778° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 18' 31.88" N,
   Long: 8° 24' 33.04" E
Gauß-Krüger: 
R: 3458875,
 H: 5686171
Local weather information, Macrostrat geological map

Abgaskamin Bastenberg

WGS 84: 
Lat.: 51.30306944° N, 
Long: 8.39925° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 18' 11.05" N,
   Long: 8° 23' 57.3" E
Gauß-Krüger: 
R: 3458177,
 H: 5685533
Local weather information, Macrostrat geological map

Venitianerstollen Bastenberg

WGS 84: 
Lat.: 51.30467222° N, 
Long: 8.39675556° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 18' 16.82" N,
   Long: 8° 23' 48.32" E
Gauß-Krüger: 
R: 3458005,
 H: 5685713
Local weather information, Macrostrat geological map

Besucherbergwerk Ramsbeck

WGS 84: 
Lat.: 51.30918333° N, 
Long: 8.40058056° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 18' 33.06" N,
   Long: 8° 24' 2.09" E
Gauß-Krüger: 
R: 3458276,
 H: 5686213
Local weather information, Macrostrat geological map

To­po­graph­ic Map

TK4616.

Mineralienatlas short URL

https://www.mineralatlas.eu/?l=461
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Shortened path specification

Ramsbeck, Bestwig, Hochsauerlandkreis, Arnsberg, Nordrhein-Westfalen, DE
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Additional Functions

Images from localities (26 Images total)

Bohrlafette
Views (Image: 1570267764): 1159
Bohrlafette

Schaubergwerk Ramsbeck.

Copyright: Doc Diether
Contribution: Doc Diether 2019-10-05
Sprengstoffladegeräte
Views (Image: 1570265240): 1209
Sprengstoffladegeräte

Schaubergwerk Ramsbeck.

Copyright: Doc Diether
Contribution: Doc Diether 2019-10-05
Alter Kolben-Kompressor
Views (Image: 1570218062): 1168
Alter Kolben-Kompressor

Schaubergwerk Ramsbeck.

Copyright: Doc Diether
Contribution: Doc Diether 2019-10-04

Detailed Description

Geschichte

BILD:1178993339

Auch das Stadtwappen zeugt heute durch das Bergwerkssymbol gekennzeichnet vom ehemaligen Bergbau in Ramsbeck.

BILD:1219843099


100 Thaler Aktie von 1854 - AG für Bergbau, Blei und Zink-Fabrikation zu Stolberg und in Westphalen. Probedruck der Gründeraktie auf hellblauem Karton (endgültig dann in altrosa gedruckt). Dekorative Umrahmung aus Blumenrank- werk u. Gezähe, fünf Vignetten mit Ansichten der Bergwerke und Verhüttungsanlagen. Aktie: Vladimir Gutowski

BILD:1211560068


Übersichtskarte des Ramsbecker Erzreviers mit ehem. Gruben, Stollenmundlöchern, Maschinen- häusern, Tagebauen u.a..; Karte: Klinoklas

Der älteste Stollen in Ramsbeck ist der Venezianerstollen an der Nordseite des Bastenberges. Professor Heinrich Quiring, der den Stollen in den 30er Jahren intensiv untersuchte kam zu der Erkenntnis, dass dieser wahrscheinlich bereits um 1500 v. Chr. angelegt wurde. Der kleine ovale Querschnitt des Stollen mit einer Höhe zwischen 50 und 60 cm spricht für diese Zeit. Vergleichbare Stollen wurden in Hallstatt und am Mitterberg gefunden. Neuere Untersuchungen datieren die Anlage des Stollens auf das 11. bis 13. Jahrhundert nach Christus (Ausgrabungen in der verstürzten Verlängerung des Eingangsbereichs).

Nach Meinung von Fachleuten gibt es noch etliche solcher Stollen mit diesem Namen. Dem zu Folge stammt der Begriff "Venezianerstollen" von der mittelalterlich-frühneuzeitlichen Sage der Venezianer oder überhaupt Italiener als fremde Einzelleute oder -gruppen, die im 14. bis 16. Jahrhundert oder sogar noch eher nördlich der Alpen nach Gold, Silber und besonders nach Kobalt und Mangan suchten, die sie zur Färbung ihres blauen Glases (Murano!) bzw. ihrer Fayencen (Faenza!) sowie zur Herstellung von bestimmten Farbgläsern bzw. zur Glasentfärbung benötigten.

Aus der nachfolgenden Zeit ist leider nichts bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung des Ramsbecker Bergbaus stammt von 1518. Die schon damals hohe Bedeutung für das Herzogtum Westfalen kann man daraus ersehen, dass den Betreibern der Gruben bereits 1559 große Freiheiten (Bergfreiheit) gewährt wurden: Nutzung aller natürlichen Ressourcen bis hin zur Befreiung vom Zehnt. Abgebaut wurde das Erz mit Schlägel und Eisen (später durch Feuersetzen) in kurzen Schächten, die kaum länger als 10 m waren. Zu den ältesten angelegten Stollen zählen der Mittel- und der Aurorastollen.

Nachdem 1815 alle einzelnen Gruben zur "Ramsbecker Gewerkschaft" zusammenschlossen wurden, begann in den nächsten Jahren ein reger Wechsel im Management. 1850 wurden die Gruben an den Rheinisch-Westfälischen Bergwerksverein verkauft, unter dessen Führung der Bergbau zunächst aufblühte. Es wurden intensive Schürfarbeiten vorgenommen, so dass um 1853 alle Erzvorkommen im Ramsbecker Revier bekannt waren. 1854 ging der Besitz an die Aktiengesellschaft für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg mit dem fatalen Ziel, das größte Industrierevier Europas entstehen zu lassen. Bereits nach einem Jahr musste auch dieses Unternehmen Konkurs anmelden. Besitzer war nun die anonyme neu gegründete Aktiengesellschaft für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und Westfalen.

Ein Problem, das fast während der gesamten Betriebszeit immer wieder auftrat, war der Mangel an Arbeitskräften. Aus den umliegenden Dörfern standen maximal 300 Arbeiter zur Verfügung und viele wanderten ins Siegerland und in das florierende Ruhrgebiet aus. Da die Bergleute für ihre Schicht zum Teil aus den 1 bis 2 Stunden entfernten Dörfern kamen und weil es nun die Aufgabe war, die entdeckten Erzgänge abzubauen, errichtete die neu gegründete Aktiengesellschaft für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und Westfalen zwischen 1850 und 1854 auf den Ramsbecker Höhen die Bergarbeiterkolonien Grube Alexander, Heinrichsdorf und Neu-Andreasberg. Sie erhoffte sich dadurch eine Bindung der Neusiedlerfamilien an den Standort und eine schnellere Verfügbarkeit der Bergarbeiter in den Gruben. Das aus England und Belgien abgeschaute Konzept der Ansiedlung ging auf. Neben den heimischen Bergleuten kamen auch Bergarbeiterfamilien u.a. aus Hessen, dem Harz und sogar aus Italien. Betrug die Belegschaft 1836 noch 25 Mann, so waren es nun rund 3000 Bergleute. Ebenfalls geplant und teilweise realisiert waren 25 Pochwerke und eine Schmelzhütte in Ostwig. Die entstandenen Kosten deckten sich jedoch in keiner Weise mit den Einnahmen. Am 29.03.1855 war die absolute Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft erreicht. Das Unternehmen war bankrott und die Verantwortlichen geflüchtet. Zurückgelassen wurden tausende Bergleute ohne Arbeit und ein riesiger Schuldenberg von 3.500.000 Talern. Den mittellosen Arbeitern und ihren Familien blieb nichts anderes übrig, als Ramsbeck zu verlassen, um in anderen Bergbaugebieten nach Arbeit zusuchen.

Ein schweres Erbe, das die Stollberger AG (diese ging später über in die Sachtleben AG) antrat. Sie war der letzte Eigentümer und führte die Gruben über 100 Jahre lang. Das Bergwerk hieß ‚Vereinigter Bastenberg und Dörnberg‘. Unter größten Anstrengungen und mit zum Teil drastischen Maßnahmen war es der neuen Leitung gelungen, den Grubenbetrieb wiederaufzunehmen. Bauprojekte wurden eingestellt, die Verwaltung abgeschafft und überflüssige Gruben geschlossen. So lebten 1864 wieder 1.467 Menschen vom Bergbau. Es galt mehr Arbeit bei gleichem Lohn und auch Frauen und Kinder mussten für den Lebensunterhalt mit anpacken, damit alle über die Runden kamen. 1890 wurde die Aufbereitung Willibald, fünf Jahre später die Aufbereitung am Bastenberg errichtet. Durch die Konzentration der Aufbereitung auf zwei Standorte waren alle anderen Pochwerke überflüssig geworden. Nun war der Ramsbecker Bergbau in einen überschaubaren Rahmen gebracht, der schon von Anfang an hätte ausreichen sollen. Einzig die ständig wechselnden Metallpreise hatten nun noch Einfluss auf den Bergbau und führten langsam aber stetig zur Schließung der Gruben.

Die höchste Ausbringung erzielten die Gruben in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Pro Jahr wurden bis zu 10000 Tonnen Bleikonzentrat und 35000 Tonnen Zinkkonzentrat gefördert bei einem Haufwerk von 400-500 000 Tonnen. In den 60er Jahren kam der Bergbau durch die weltwirtschaftliche Lage fast zum Erliegen und obwohl in der letzten Betriebsperiode gut investiert wurde (1962 Einbau der größten Doppeltrommel-Fördermaschine der Welt, 1971 Einführung der Gleislostechnik), wurde der Betrieb Ende Januar 1974 eingestellt. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage der vom Bergbau abhängigen Region entschloss sich der Betreiber nicht zur vollständigen Schließung, sondern zur Einstellung des Förderbetriebes. Das restliche Vorkommen an Metall im Ramsbecker Revier wird auf rund 1 Mio. Tonnen geschätzt.




Insgesamt 26 Gänge sind als "Bastenberg-Dörnberg-Gangzug" über eine Ausdehnung von 10km bekannt.



Im westlichen Teil

Im mittleren Teil

Im östlichen Teil

Bastenberg 1 u. 2

Willibaldgang 1 u. 2

Winterseitegang 1 u. 2

Alexandergang

Auroragang 1 u. 2

Gottesgabegang 1 u. 2

Tiggesgang

2. hangende Trum

Nerogang

Valmegang

Plutogang 1, 2 u. 3

Belgradgang

Alinegang

Kinagang

Dörnberggang

Lunagang

Fastradagang

Junogang

Carlsgang

Aufbereitungsanlage Willibald

BILD:1212164709

Die Zeichnung zeigt einen Querschnitt der ehemaligen Aufbereitungsanlage am Dörnberg. Die Pfeile stehen systematisch für den Weg den das Rohgestein vom Hauptförderstollen bis zum Konzentratbunker über die einzelnen Stationen der Aufbereitung zurücklegt. Zeichnung: Klinoklas



Die Aufbereitungsanlage deren Zweck es war aus dem geförderten Rohmaterial Blei und Zinkkonzentrat zu gewinnen lag am südwestlichen Hang des Dörnberges. Die erste Anlage wurde bereits 1895 für 260.000 Reichsmark gebaut. Bis zur Schließung der Grube wurde die Anlage stets auf den neusten Stand der Technik umgerüstet. Der Modernisierungsprozess der Scheidetechnik ging vom Handleseverfahren bis hin zu komplizierten Flotationsverfahren und dauerte 80 Jahre.

Ein enormer Standortvorteil für das terrassenförmige Betriebsgebäude war die natürliche Hanglage. Das Rohmaterial wurde zunächst auf der Hauptfördersohle Willibald 3 (471.7 Meter ü.NN.) vorgebrochen um anschließend über ein Förderband nach Übertage transportiert zu werden. Von 1962 bis zur Schließung übernahm der 110 Meter tiefer gelegene Eickhoffstollen diese Funktion. Vom Förderband aus landete das Gestein im Aufgabebunker, wurde erneut zerkleinert, kam in die Sink- und Schwimmanlage, wurde wiederum zerkleinert und erzfreies Gestein ausgesondert. Bei der anschließenden Feinmahlung wurde bereits eine Größe von 0,1 bis 0,3 mm erreicht. In der Flotationsanlage wurde nun das endgültige Blei- und Zinkonzentrat gewonnen. Dieses wurde dann noch entwässert, getrocknet und zu guter letzt über ein weiteres Förderband zum Konzentratbunker transportiert. Die bei dem Flotationsprozess entstandenen erzfreien Rückstände wurden über ein 2,5 km langes Rohrsystem zum Schlammteich bei Andreasberg gepumpt.

Vom Konzentratbunker aus ging der Rohstoff in Speziallastern zum 6 km entfernten Bahnhof Bestwig, um mit dem Zug nach Stolberg bei Aachen (220 km) und Nievenheim (160 km) abtransportiert zu werden. Endstation waren die Stolbergeigenen Hütten. Sowohl der Standort von Willibald als auch der Schlammteich bei Andreasberg sind bis heute auf einer Luftaufnahme gut zu erkennen.


Geologie

Das Alter der Erzgänge zählt zum unteren Mitteldevon und hängt mit saurem Vulkanismus zusammen. Häufig zeigten sich in den Gängen verschiedene Paragenesen mit hydrothermalen Nachwirkungen aus längeren Zeitabständen.

Während die Ramsbecker Schichten mit 60-76° streichen, streichen die Gangspalten mit 65-70°. Die Parallelgänge können durch ihre Ausdehnung zu bestimmten Gangzügen zusammengefast werden: Bastenberger, Gottesgaber, Grimholder, Rieser, Enscheder und Senger. Das Fallen der Ramsbecker Gänge ist in der Regel ungewöhnlich flach mit 15-25° und somit flacher als die Schichten mit 25-30°. In den liegenden Gängen sind, neben erzleeren Überschiebungen, Reicherzpartien mit 50°-Einfallen zu beobachten. Die Spalten öffnen oder verdrücken sich häufig mit den Überschiebungen und lassen sich somit nur schwer verfolgen. Gute Aufschlüsse wechseln sich mit geringer Erzführung häufig auf kurze Entfernung ab (SLOTTA).


Mineralogie

In den Ramsbecker Schichten besteht die Gangführung aus Quarz, Eisenspat, Pyrit, Zinkblende, Arsenkies, Kupferkies und Bleiglanz. Begleiter sind Cerussit, Bournonit, Jamesonit, Markasit, Baryt, Gersdorffit, Proustit und in Kluftsystemen gediegenes Silber. Eine Besonderheit ist das nur in Ramsbeck vorkommende "Ramsbecker Dichterz" mit einem Bleigehalt von >77% und 50-500 g/t Silber.

Mineralien aus Ramsbeck sind in vielen Sammlungen zu finden. Besonders die Quarz,- Baryt,- Pyromorphit- und Boulangeritstufen sind häufiger vertreten. Besonders begehrt waren die Milleritkristalle, welche eine Länge von 20 cm erreichen konnten. Weiterhin kamen Bleiglanzkristalle in unterschiedlichen Größen und mit sehr unterschiedlichen Kristallkombinationen vor. Als absolute Raritäten sind die Mineralien der Silbererzkluft anzusehen. Ramsbeck soll auch die weltbesten Ullmanitkristalle (bis 2 cm Größe!) geliefert haben, welche aufgrund ihrer großen, gut ausgebildeten und vor allem freistehenden Kristallen bei Sammlern hoch geschätzt waren. Ein Mineral das nach diesem Bergbaurevier benannt wurde ist der Ramsbeckit. Neben den Mineralien von Untertage gibt es auf den alten Halden auch noch die Haldenneubildungen, welche durch das Einwirken von Sauerstoff, Kohlendioxid und Wasser entstanden sind.


Ramsbeck-Klassiker

BILD:1112016893

Cerussit

BILD:1110305829

Pyromorphit

BILD:1111588306

Millerit

BILD:1115577270

Rosasit

BILD:1143657656

Quarz

BILD:1112015489

Cuproadamin

BILD:1135775835

Ullmannit

BILD:1169390922

Boulangerit

BILD:1111877903

Galenit

BILD:1147461278

Pyrargyrit


Heutige Situation

In Ramsbeck zeugen heute nur noch sehr wenige Relikte von der aktiven Bergbauzeit. Wer allerdings aufmerksam durch das Gelände wandert, findet hier und da noch einige Veränderungen im Gelände, die auf den Bergbau zurückzuführen sind. Der Kahlschlag, der damals stattfand, hat seine Spuren bis in die heutige Zeit gezogen. Das Holz wurde unter anderem zum Heizen der Schmelzöfen und zum Sichern der Stollen verwendet. Die noch jungen nachgepflanzten Bäume mit schwachem Wurzelwerk sind zum großem Teil dem Sturm Kyrll zum Opfer gefallen. Auf einer Luftaufnahme sieht man ebenfalls gut, dass an vielen Stellen an denen Stollen in den Berg getrieben wurden, die Bäume aufgrund ihres jungen Alters ein anderes Grün aufweisen.

In jüngster Zeit wurde eine abschließende Sicherung der bekannten Stollen durchgeführt. Zudem sollen(!) die Halden gänzlich renaturiert werden.

Die Tagesanlagen einschließlich der Aufbereitung Willibald wurden abgebrochen, die Halden zum Teil renaturiert. Über einen kleinen Teil des Grubenfeldes wurde der Vergnügungspark Fort Fun errichtet. Im zugänglichen Teil der Grube, oberhalb der Eickhoffstollen-Sohle, entstand ein Besucherbergwerk mit einem zugehörigen Bergbaumuseum. Der nachträglich installierte Förderturm ist ein originalgetreuer Nachbau des Fördergerüstes des Auroraschachtes im Maßstab 1:1, welcher auf dem Gelände des heutigen Freizeitparks Fort Fun seit 1927 gestanden hat. 1955 wurde er demontiert und verschrottet. Der Förderturm hat eine Höhe von 20 m, eine Fördergeschwindigkeit von 2 m die Sekunde und eine Nutzlast von 2,2 t.

Als weitere Zeugen des Bergbaus kann man noch das gesicherte Stollenmundloch des Venezianerstollens und den Abgaskamin am Bastenberg besuchen. Die alte Rösthütte sowie die Wasserburg (Maschinen Montage-Halle) liegen "Auf dem Werdern" (S Teil des Ortes) und sind ordentlich erhalten. Die Bleihütte ist an den äußeren Mauerresten zu erkennen. Das frühere Direktionsgebäude ist als repräsentatives Haus auf der Heinrich-Lübke-Str. zu sehen. Von den 3 Bergarbeitersiedlungen sind nur noch Heinrichsdorf und Andreasberg der Gemeinde Bestwig erhalten geblieben. Die Siedlung "Grube Alexander" wurde nach der Stilllegung der Grube 1937 abgerissen und ist heute überwaldet.


Minerals (Count: 162)

Mineral images (103 Images total)

Cerussit mit Malachit
Views (Image: 1356976467): 3669
Cerussit mit Malachit

Ramsbeck, Sauerland, D. Bildbreite ca. 5 mm.

Copyright: skibbo
Contribution: skibbo 2012-12-31
More   MF 
Ramsbeckit xx
Views (Image: 1478711967): 2082
Ramsbeckit xx

FO: Ramsbeck/Sauerland; Bildbreite ca. 1,5mm

Collection: etalon
Copyright: etalon
Contribution: etalon 2016-11-09
More   MF 
Calcit
Views (Image: 1311091484): 1543
Calcit

und Pyrit; Größe: 6 x 5,5 x 3 cm; Fundort: Grube Ramsbeck, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland; Fund 1972

Copyright: highgrader
Contribution: highgrader 2011-07-19
More   MF 

Rocks (Count: 7)

Rock images (1 Images total)

Grauwacke
Views (Image: 1238363017): 3711
Grauwacke

Fundort: Ramsbeck, Sauerland, Deutschland; Bildbreite: ca. 40 mm

Collection: Klinoklas
Copyright: Klinoklas
Contribution: Klinoklas 2009-03-29
More   RF 

Fossils (Count: 2)

Fossil images (1 Images total)

Seelilien-Abdruck
Views (Image: 1474477390): 395
Seelilien-Abdruck

Ramsbeck, Bestwig, Hochsauerlandkreis, NRW. 9.2016.

Collection: Museum Ramsbeck
Copyright: Doc Diether
Contribution: Doc Diether 2016-09-21
More   FoF 

Reference- and Source indication, Literature

Literatur:

  • Hans Schönian. Das Bergbau-Unternehmen zu Ramsbeck in Westfalen im Jahre 1854, Nordhausen 1855.
  • Freiherr von Beust. Die Aktien-Gesellschaft für Bergbau, Blei und Zinkfabrikation zu Stolberg und in Westfalen, Soest 1855.
  • E. Haber. Der Blei- und Zinkerzbergbau bei Ramsbeck im Bergrevier Brilon, unter Berücksichtigung der geognostischen und mineralogischen Verhältnisse der Erzlagerstätten. Z.f.d. BHS, Berlin 1894.
  • A. Denckmann. Über das Nebengestein der Ramsbecker Erzlagerstätten; In: Jb. königl. preuss. geol. LA Berlin, Bd.29, T.2, H.2.; Berlin 1908.
  • A. Eickhoff. Der Bastenberger Gangzug und sein Nebengestein (Dissert.); Berlin 1910.
  • Fritz Herbst. Der Ramsbecker Bergbau, Entwicklung und Aussichten unter Berücksichtigung der natürlichen Grundlagen des Bergbaus, Clausthal 1931.
  • Heinrich Quiring. Der bronzezeitliche "Venetianerstollen" von Ramsbeck. Z. Berg-, Hütten- und Salinenwesen; 1936.
  • Fritz Herbst. Einiges aus der Geschichte des Ramsbecker Bergbaus; In: Werkszeitung f.d. westd. Blei und Zinkgruben; 1936.
  • Fritz Behrend & Werner Paeckelmann; Der geologische Bau und die Lagerstätten des Ramsbecker Erzbezirkes; Berlin 1937.
  • Eugen von Szantho; Die Blei-Zinkerz-Aufbereitung Willibald der Stolberger Zink A.G. für Bergbau und Hütten. In: Erzaufbereitungsanlagen in Deutschland, herausgegeben vom Fachausschuß für Erzaufbereitung der Ges. Deutscher Metallhütten-Bergleute e.V., Aachen, Ramsbeck-Westfalen-, Berlin 1955.
  • Gert von Klass; Stolberger Zink - Geschichte eines Metalls; Aachen 1957.
  • Scherp, A. (1957). Über die Anchimetamorphose der Diabase von Ramsbeck im Sauerland; Sonderdr.: N.Jb.Min. Abh. 91; Festband Schneiderhöhn; Stuttgart.
  • Otto Arnold; Stolberger Zink für Bergbau und Hüttenbetrieb; Betriebsabteilung Ramsbeck.
  • Otto Arnold; Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität im Erzbergbau Ramsbeck; In: Z. Erzbergbau und Metallhüttenwesen, Bd.XII, H.1, S.12-20, Dr. Riederer Verlag Stuttgart 1959.
  • Josef Hollmann; Ramsbeck, Bilder aus dem Leben einer sauerländischen Pfarrgemeinde 1761-1961, Ramsbeck 1961.
  • Heinrich von Kamp; Die tektonischen Zusammenhänge in der Blei- und Zink-Erzlagerstätte Ramsbeck im Sauerland (Dissert.); Clausthal 1964.
  • Dietrich Müller & Adalbert Scherp; Die tertiäre Mineralisation auf der Blei-Zink-Erzlagerstätte Ramsbeck / Sauerland und ihre Genese; Sonderdr.: N.Jb.Min. Abh. 106; Stuttgart 1967.
  • Schumacher, F. (1967). Die deutschen Blei- und Zinkerzlagerstätten. Aufschluss, Jg.18, Nr.2, S.60-68.
  • Gebhard, G. (1977). Vom Venetianerstollen zum Schaubergwerk. Lapis, Jg.2, Nr.11.
  • Theodor Tochtrop & Hans Günther Schmidt; Blei und Zink im Hoch und Tief. Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Ramsbecker Gruben. Führung durch das Bergbaumuseum und Besucherbergwerk; Ramsbeck 1979.
  • Bauer, G. (1979). Monographien der deutschen Blei-Zink-Erzlagerstätten 6., Die Blei-Zink-Erzlagerstätten von Ramsbeck und Umgebung. Buch, BGR-Geol. Jb., Reihe D, H.33.
  • Pietzner, H. (1979): Geochemie. In: Bauer, G. et al. (Hrsg.): Die Blei-Zink-Erzlagerstätten von Ramsbeck und Umgebung. Geol. Jb., Reihe D, Heft 33, Monographien der deutschen Blei-Zink-Erzlagerstätten, Hannover.
  • Gebhard, G. (1981). RAMSBECK / SAUERLAND. Emser Hefte, Jg.81, Nr.6.
  • Gebhard, G. (1981). Der Bergbau und die Minerale von Ramsbeck / Sauerland. Emser Hefte, Jg.81, Nr.6, S.5.
  • Rainer Slotta; Der Metallerzbergbau. T.1, S.417-68: Grube Vereinigter Bastenberg und Dörnberg Ramsbeck. In: Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland, Hrsg. Deutsches Bergbaumuseum Bochum, 1983.
  • Schnorrer-Köhler, G. (1984). Mineralogische Notizen. Aufschluss, Jg.35, Nr.6, S.219-30.
  • Walenta, K. & Hess, H. (1984). Ag2HgS2, ein neues quecksilberhaltiges Sulfidmineral vom Ramsbeck im Sauerland. Fortschr. Min., 62, S.256-57, Beih.1.
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  • Schnorrer-Köhler, G. (1985). Ramsbeck - Bergbau, Geologie und Mineralbeschreibung - einer der bedeutendsten Blei-Zink-Erzlagerstätten Deutschlands (F.2). Aufschluss, Jg.36, Nr.7, S.217-35.
  • Schnorrer-Köhler, G. (1985). Ramsbeck - Bergbau, Geologie und Mineralbeschreibung - einer der bedeutendsten Blei-Zink-Erzlagerstätten Deutschlands (Schluß). Aufschluss, Jg.36, Nr.10, S.303-12.
  • Walenta, K. & Hess, H. (1985). Imiterit, ein silber- und quecksilberhaltiges Sulfidmineral von Ramsbeck im Sauerland. Aufschluss, Jg.36, Nr.7, S.209-15.
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