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Gallenstein

Gallensteine
Gallensteine
Cholesterinsteine mit Kalküberzug; Größe: 2 - 13 mm.
Copyright: Jörg; Contribution: Jörg
Collection: Jörg
Encyclopedia: Gallenstein
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Gallensteine

Cholesterinsteine mit Kalküberzug; Größe: 2 - 13 mm.

Jörg

Beim Gallenstein handelt es sich nicht um ein Mineral oder Gestein, sondern um eine Konkretion der Galle. (Cholelith: griechisch "chole": Galle, "lithos": der Stein).

Gallensteine entstehen durch ein Mißverhältnis der löslichen Stoffe innerhalb der Gallenblase und der zuführenden Gallenwege. Die normale Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit besteht aus Cholesterin (5%); Phospholipiden (25%); und Gallensäuren (70%). In der lithogenen (steinsanfälligen) Gallenblase ist entweder der Anteil an Cholesterin zu hoch, oder seltener der Anteil an Gallensäuren vermindert, sodass die Gallenblase mit Cholesterin übersättigt wird. Als Folge reichert sich freies Cholesterin in der Gallenblase an und verklumpt. So entsteht zunächst Gallengries. Bleibt dieser Zustand über längere Zeit bestehen, wachsen einzelne dieser Klumpen zu solitären Cholesterinsteinen an. 90% aller Gallensteine sind Cholesterinsteine.

Mögliche Ursachen für eine Erhöhung der Cholesterine sind:

  1. Hypercholesterinämie (alimentär bedingt);
  2. Genetisch bedingte Hypercholesterinämie (allgemeine Erhöhung der Blutfette);
  3. Genetisch bedingte Mutation einer Sequenz des Gens ABCG8, wobei sich die molekulare Pumpe, welche Cholesterin in die Gallenblase befördert, permanent im Zustand der Überfunktion befindet. 10% aller Europäer weisen diesen Defekt auf / Universität Bonn, 16. Juni 2007;
  4. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit);
  5. Östrogen

Für eine Verminderung vom Gallensäuren stehen als weitere Ursachen der Cholesterinsteine:

  1. Entzündliche Darmerkrankungen (20% der Gallensäuren werden in den unteren Darmabschnitten des Colon resorbiert und über den Entero-Hepatischen-Kreislauf der Leber, und somit der Gallenblase erneut zugeführt. Bei Entzündungen ist die Resorbtionsrate gestört, und weniger Gallensäuren der Gallenblase zugeführt);
  2. Infektionen der Gallenblase durch Bakterien und Parasiten;
  3. Krankheiten der Leber (die Gallenflüssigkeit wird in der Leber produziert, die Gallenblase fungiert als Reservoir).

Eine weitere Variante der Gallensteine sind Pigmentsteine. Unkonjugiertes Bilirubin, der orange-rote Gallenfarbstoff, welcher beim Abbau der Erythrozyten entsteht, reagiert mit Calciumsalzen. Neben ihrer Aufgabe als Verdauungsorgan (Gallensäure dienen der Aufspaltung von Fetten), fungiert die Gallenblase auch als Ausscheidungsorgan für das Bilirubin, welches zu Stercobilinogen umgewandelt (für die braune Farbe des Fäzes verantwortlich), und über den Darm entsorgt wird.
Als Ursache für Pigmentsteine stehen Erkrankungen der Leber, und Infektionen der intrahepatischen Gallenwege. Steigt der Anteil an Bilirubin, entstehen dunkle, braun bis schwarze, multiple Steine.
Ist der Anteil an Calciumcarbonat erhöht, entstehen grau-weiße, bröckelige, kalkreiche Steine.

Als dritte, seltene Variante, bilden sich unter bestimmten Voraussetzungen die sog. CPK-Steine (Cholesterin-Pigment-Kalkstein). Diese, auch als Gemischte Steine bezeichneten Konkretionen bilden sich zunächst als Cholesterinsteine aus, und wandeln sich im Krankheitsverlauf zu Pigmentsteinen um. Sichtbar an einem Kern aus Cholesterin und dem grauen Kalkmantel (s. Foto oben).

Eine weitere Ursache für die allgemeine Neigung zur Steinbildung aller drei Gruppen ist die Hypomobilität der Gallenblase, wodurch die Gallenflüssigkeit länger im Organ verbleibt (z. B. durch bestimmte Medikamente induziert).

Oft, erst wenn ein Stein den Ductus cysticus (abführender Gallengang am Ausgang der Gallenblase) verlegt, zeigen sich Symptome einer Cholelithiasis (Gallensteinleiden). Befindet sich ein Stein innerhalb der Gallenblase, wird das Gallensteinleiden als Cholezystolithiasis bezeichnet. Steckt er außerhalb des Oragns, in den abführenden Gallengängen fest, spricht man von einer Choledocholithiasis.
Verschließt ein Stein die Papilla vaterie, an der Einmündung des gemeinsamen Ausführungsgangs mit dem Pancreas (Bauchspeicheldrüse) in den Dünndarm, so kann dieses zu weiteren Komplikationen durch Sekretstau auch innerhalb des Pancreas führen. Kausal sind dafür meistens intrahepatische Gallensteine verantwortlich, die direkt in den intrahepatischen Gallengängen innerhalb der Leber gebildet werden, und nicht in die Gallenblase gelangen, sondern diese auf direktem Weg umgehen.

Frauen erkranken an Gallensteinen (Cholesterinsteine) im Verhältnis etwa 2:1 zu Männern (Östrogen).

Der aktuelle Rekordhalter unter den Gallensteinen wiegt mehr als 6 kg (Guinnesbuch der Rekorde).


Quelle


Weblinks


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