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Leucophyllit

Weitere Funktionen

Gruppierung

Zugehörig zu

Gesteine  ⇒ Metamorphe Gesteine und Metasedimente  ⇒ Blättrig metamorphes Gestein  ⇒ Nicht-mylonitisch blättrig metamorphes Gestein  ⇒ Schiefrige Gesteine  ⇒ Schiefer  ⇒ Grünschiefer

Andere Sprachen

Deutsch

Leucophyllit

entsprechend der Originalveröffentlichung mit "c"

Englisch

Leucophyllite

alternativ genutzter Name

Deutsch

Leukophyllit

vermutlich durch Rückübersetzung aus dem Englischen dann mit "k" geschrieben

Ausführliche Beschreibung

Leukophyllit/Leucophyllit (engl. Leucophyllite) findet sich sowohl als Bezeichnung für Gesteine als auch für Minerale.

Leucophyllit als Mineralname

Leucophyllit als Gesteinsname

Die Etablierung des Namens Leucophyllit geht auf Gottfried Starkl, 1883 zurück. Die weiße Farbe und die „außerordentlich feinblättrige Struktur“ veranlassten ihn zur Benennung Leucophyllit mit „c“ in der deutschsprachigen Veröffentlichung. Die Ähnlichkeit zu Phyllit war für ihn der Grund für den zweiten Teil des Namens. Neben Quarz ist noch ein weißes, teils ins leicht grüne gehende Schüppchen formendes Mineral wesentlich am Aufbau der beiden von ihm untersuchten Gesteine beteiligt. Die durchgeführten Analysen fokussierten sich aber nur auf das Schüppchen formende Mineral. Aus den Analysen schließt er auf einen noch enthaltenen Quarzanteil. Die Gegenüberstellung mit Bravaisit und Serizit, die dem untersuchten Schüppchen formenden Mineral nahe zu stehen scheinen, weisen auffällige Unterschiede auf. Die Unterschiede veranlassten ihn letztlich zum Vorschlag eines neuen Namens. Die Namensschöpfung bezieht sich explizit auf den Schiefer und damit wohl anzunehmen auf ein Gestein. Im Zusammenhang mit der Namensschöpfung wird ausschließlich von Schiefern gesprochen, die Worte Gestein oder Mineral tauchen hierbei nicht auf. Da seine Analysen sich aber nur auf einen, als vermeintlich homogen angesehenen Bestanteil des Gesteins beziehen, provozierte Starkl womöglich ungewollt die Übernahme des Begriffs als Mineral.

Die Analysen von Starkl werden in das Werk von Dana (6. Auflage) übernommen. Da die Analyse unter Muskovit auftaucht, besteht hier möglichweise die Ursache für die Zuordnung der von Starkl eingeführten Bezeichnung zu einem Mineral. Auch in Hey's mineral index wird Leucophyllit letztlich als Muskovitvarietät geführt. Es wurden wohl dann zahlreiche weitere Vorkommen von hellweißen feinschuppigen Gesteinen ohne genauere Analyse der Entstehungsbedingungen, bzw. zwar bekannter, aber eben unterschiedlicher Genese den Leucophylliten zugeordnet, so dass sich variantenreiche Beschreibungen finden lassen. Grob zusammenfassend werden sie als Gemenge aus Hellglimmer (Muskovit/Serizit), Quarz, Chlorit und diverse Akzessorien beschrieben.

Neuere Arbeiten zu Leucophylliten in Österreich beschreiben diese als Muskovit-Chlorit-Quarz-Schiefer mit gelegentlichen Anteilen an Kyanit und Talk. Der ausgesprochen eisenarme Chlorit wird oft als Chloritvarietät mit Leuchtenbergit bezeichnet. Die Hauptbestandteile Muskovit, Chlorit und Quarz können erheblich variieren. An einigen Vorkommen gibt es Leucophyllit, bei dem auch mal einer der Hauptbestandteile fehlt. Neben der Regionalmetamorphose (Bereich Grünschieferfazies/beginnende Amphibolitfazies) trägt eine Metasomatose wesentlichen Anteil an der Bildung dieser Gesteine. Die Gesteinsdefinition enthält somit neben der Mineralzusammensetzung und Textur auch eine genetische Komponente. Die Rekonstruktion der Bildungsbedingungen ausgehend von Gneis als Ausgangsgestein für die Leucophyllitbildung erfordert die Zufuhr (oder Anreicherung durch Residualbildung) von Mg2+, Si4+, (OH)- und Abfuhr von Na+, K+, Fe2+, Fe3+, Ti4+ und Ca2+.bei mehr oder weniger konstantem Al-Gehalt. So werden Leucophyllitzonen letztlich als großräumige Scherzonen ausgemacht, mit denen eine intensive hydrothermale Aktivität einhergeht. Leucophyllit als Gestein findet man auch mit Bezeichnungen wie Weißerde, Glimmertalkum oder Weißschiefer. Letzeres ist selbst wieder irreführend, da es strikt von der Weißschieferfazies zu trennen ist. [1]

Referenzen, Verweise und Literatur

Literatur

  • Huber, M. (1994) Bildung und geotektonische Bedeutung von Scherzonen (Leukophylliten) am Alpenostrand. Dissertation. Leoben
  • Modjtahedi, Von M.; Wieseneder, H. (1974) Entstehung und Zusammensetzung der Leukophyllite (Weißschiefer) in den Ostalpen. Archiv für Lagerstättenforschung in den Ostalpen, Sonderband 2, Festschrift O. M. Fridrich, S. 189-213, Leoben (https://opac.geologie.ac.at/ais312/dokumente/ALO_Sb_02_189_213.pdf)
  • Niesner, E.; Weber, F. (2003) Geophysikalische Prospektion auf Leukophyllit bei Vorau (Steiermark), In: Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt, 24
  • STARKL, G. (1883) Ueber neue Mineralvorkommnisse in Oesterreich. Jahrb. der k.-k. Geol. Reichsanstalt, Vienna, vol. 33, pp. 653-656. (https://opac.geologie.ac.at/ais312/dokumente/JB0334_635_A.pdf)
  • Prochaska, W. (1990a) Lagerstättenkundliche Untersuchungen zur Entstehung der Leukophyllite, Bericht der Vereinigung für Angewandte Lagerstättenforschung in Leoben, (https://opac.geologie.ac.at/ais312/dokumente/PROCHASKA_Entstehung%20Leukophyllite_97576.pdf)
  • Prochaska, W.; Bichler, M.; Preiss, P. (1990b) Die tektonisch-metasomatische Entstehung der Leukophyllite. In: TSK III: 3. Symposium für Tektonik, Strukturgeologie, Kristallingeologie im deutschsprachigen Raum Graz, 19. - 21.April 1990: Kurzfassungen der Vorträge und Poster, S.167-170 (https://opac.geologie.ac.at/ais312/dokumente/TSK_III_1_167.pdf)
  • Prochaska, W. (1991): Leukophyllitbildung und Alteration in Scherzonen am Beispiel der Lagerstätte Kleinfeistritz (Steiermark). Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt, ISSN 0253-097X, S.111-122, Wien, Juni
  • Prochaska, W.; Bechtel, A.; Klötzli, U. S. (1992) Phyllonite formation and alteration of gneisses in shear zones (Gleinalmkristallin, Eastern Alps, Austria). Mineralogy and Petrology, 45, S. 95-216
  • USGS (2010) Minerals Yearbook area reports: international, Europe and central Eurasia, Volume III, S. 4-11: Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH & Co. KG (Wietersdorfer & Peggauer Zementwrke GmbH, 100%); Leucophyllite mine and mica processing plant at Aspangberg-Zöbern, State of Lower Austria
  • Vendel, M.; Romwalter, A. (1930): Beiträge zur Kenntnis der Leukophyllite. In: Mitteilungen der berg- und hüttenmännischen Abteilung an der königlichen ungarischen Hochschule für Berg- und Forstwesen zu Sopron, Ungarn; 2, S. 366-373
  • Vendel, M. (1933) Vorläufiger Bericht über die Genesis der Leukophyllite im nordöstlichen Teile der Ostalpen. Földtani közlöny; 63, S.57-62

im Forum

Mineralien als Bestandteil (5)

'Chlorit-Gruppe'Leuch­ten­ber­git
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Hinweis

- Wichtiger Mineralbestandteil - Wichtig für die Klassifizierung des Gesteins.
- Akzessorium oder unbedeutendes Mineral - dieses Mineral ist verbreitet, bisweilen wesentlicher Bestandteil, aber nicht immer vorhanden.
Aktualität: 13. Jun 2024 - 22:06:40

Gesteinszuordnungen (0)

IDs

GUSID (Globale ID als Kurzform) EjhuB425EUelc-AFX_4sfQ
GUID (Globale ID) 076E3812-B98D-4711-A573-E0055FFE2C7D
Datenbank ID 2171

 

Einzelnachweise

  • 1. Modjtahedi 1974, Prochaska 1990a, Prochaska 1990b, Huber 1994