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Mineralienfunde in Schleswig Holstein

Einführung: TetstTestTest In Schleswig-Holstein vermutet man nicht, schöne Pyrite und Markasite zu finden.

In den Gruben der Oberkreide von Lägerdorf gibt es noch eine der wenigen Stellen, wo schöne Funde möglich sind. Die Kreidegruben im Tageabbau der Firma Holcim .

Grube Heidestr Kreidetagebau Lägerdorf 2015
Grube Heidestr Kreidetagebau Lägerdorf 2015

Fundstelle von Markasite. Sammlertag 20.9.2015

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Geologie/ Geographie

Das Gebiet von Schleswig Holstein war während der Zeit der Ober-Kreide küstenferne Hochsee. In der Zeit haben sich durch die Ablagerung von winzigen Lebewesen die Kalkschichten gebildet, die heute auf Rügen und in Dänemarken auf Mön an der Küste sichtbar sind. Eine Geologische Störung unter Lägerdorf, wodurch ein Salzstock die Kreide nach oben presst, liegt die Kreide unter einer dünnen Glazialschicht in 5 m über NN . Die Kreideschichten haben eine Mächtigkeit von ca. 236 m. Die 11 Kalklagen des Campanium der Oberkreide haben ein Alter von 73 bis 82 Mio. Jahren. 1 Meter Ablagerung benötigte ca. 40.000 Jahre.

Geschichte des Fundortes

In Lägerdorf ist die Witteer = weiße Erde mindestens seit 1737 bekannt. Sie wurde, um Maler, Schlämm- und Düngekreide zu gewinnen, ausgebeutet, soweit sie in offenen Gruben oberhalb des Grundwassers gewonnen werden konnte. Im Jahre 1862 fing es mit der großen Ausbeute der Kreide an. Der Sohn des Erfinders des Portland-Zements Maurer Aspdin und der Ire Edw. Fewer gründeten 1862 die erste Zementfabrik in Lägerdorf. Dadurch entstand die sogenannte Englische Grube. Mit der Entwicklung des Betons zu einer der wichtigsten Baustoffe kam es zu einem gewaltigen Aufschwung. Die Wirtschaftlichkeit konnte nur gewährleistet werden, wenn das Transportproblem gelöst wurde. 1863 wurde die Alsensche Portland-Zementfrabrik in Itzehoe gegründet. Sie erhielt die Kreide zunächst mit Pferd und Wagen, ab 1969 mit einer Schmalspurbahn. Ton lieferte der Ochsenkamp bei Itzehoe. Nach Abbau dieser Scholle mitteloligozänen Tones wird die Alsender Fabrik durch eine 17 km lange Schwebebahn mit altinterglazialem Stör-Meer-Ton von Wacken aus versorgt. Die 1884 gegründete Breitenburger Port-Land Zementfabrik wurde 1877 vom Grafen Rantzau auf Breitenburg in einem angelegten Kanal mit der Stör verbunden. Somit konnten auch andere Zementfabriken gegründet und beliefert werden. Solange in den Gruben gesprengt wurde, dann von Hand zerkleinert und von Hand verladen wurde, bargen Arbeiter Fossilien, die dann von ihnen für die Wissenschaft erworben werden konnten. So kamen die großen Sammlungen von Dr. med. P. Hansen und Ingenieur Mosbach in Lägerdorf zustande. Die Mosbachsche Sammlung erwarb Wilh. Wolff für die Preußische Geologische Anstalt in Berlin. Nach dem die Kreide mit Baggern ab 1910 gewonnen wurde, ist das Finden und das Sammeln immer schwieriger geworden. Heute gibt es für Fossilien und Mineraliensammler an 6 Sonntagen im Jahr die Möglichkeit zu sammeln. Es ist immer wieder ein Erlebnis in bis zu 100 m Tiefe zu gehen und die Grube immer anders vorzufinden. Da am Tag ca. 10.000 Tonnen Kalk gefördert werden, verändert sich die Grube ständig. Wir können der Fa. Holcim nicht genügend danken, dass sie uns Hobbygeologen das Sammeln noch ermöglicht.

In der Literatur und allgemein ist über Funde von Markasit und Pyrit aus den Gruben von Lägerdorf kaum etwas zu finden. In Museen werden immer mal ein paar Knollen gezeigt, aber über die Vielfalt der Kristalle findet man keine Informationen. Seit neun Jahren besuche ich die Grube Heidestr. der Fa. Holcim regelmäßig und bin immer fündig geworden. Es gibt in der Kalkgrube keine einheitliche Kristallisierung, die als Lägerdorf-Erkennungsmerkmal heraus ragt. Das macht den Fundort so interessant; s gibt immer wieder etwas Neues zu finden, z. B. nierige kugelige Aggregate Konkretionen, aber auch Vieles in Form von unterschiedlichen Kristallen. Auch Fossilien der Oberkreide werden von Markasit und Pyrit zum Teil umgewandelt.

Mineral Beschreibung

Pyrit und Markasit besteht aus Fe (Eisen) und aus S (Schwefel). Die genaue chemische Bezeichnung ist FeS² ( 1/3 Eisen und 2/3 Schwefel). Durch die Ausfällung aus den Mikrofossilen-Kalkschichten kristallisiert Schwefel und Eisen zu Pyrit und Markasit. Pyrit kristallisiert kubisch und Markasit orthorhombisch.

Literatur: KARL GRIPP (1964); Erdgeschichte Schleswig Holstein, Karl Wachtholz Verlag, Neumüster, Seite 409 Topographischer Atlas (1963); Landesvermessungsamt Schleswig Holstein, Karl Wachtholz Verlag, Seite 106-107